Amazon Kindle Fire HDX heißen die beiden neuen Tablets unter dem Label des E-Commerce-Riesen und das Team von Amazon-CEO Jeff Bezos hat ganze Arbeit geleistet. Nicht nur die Features wurden erheblich aufgebohrt, die Geräte wurden funktional verbessert und kommen mit einem einzigartigen Service namens “Mayday”: einer Art Standleitung zum Kundenservice.

Amazon Kindle Fire HDX mit optionalem “Origami”-Cover.
Amazons Gründer Jeff Bezos gilt neben Elon Musk (Tesla Motors, SpaceX) als einer der Erben von Steve Jobs. Amazon und Apple haben wenig gemeinsam, wenn sie auch an manchen Stellen Konkurrenten sind. Was Jeff Bezos aber mit Steve Jobs gemeinsam hat: Er ist ein leidenschaftlicher CEO mit einem großen Gestaltungswillen und Visionen für die Zukunft. Man lese dazu dieses Interview mit ihm in der Berliner Zeitung aus dem letzten Jahr. Die neue Generation der Kindle-Fire-Tablets zeigt das ganz deutlich. Zudem hat sie das Zeug dazu, nicht nur dem iPad, sondern vor allem Android-Tablets ordentlich Feuer unter dem Hintern zu machen.
Amazon Kindle Fire HDX | |||
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Zwei Modelle hat Amazon nun vorgestellt. Sie haben wie die Vorgänger eine Bildschirmdiagonale von 7 Zoll oder 8,9 Zoll. Beide sind damit also kompakt und handlich. Bei den technischen Daten hat Amazon gleich mehrere Kohlen nachgelegt: verbesserte Grafik, doppelt so viel RAM, dreifache Rechenpower gegenüber dem Kindle Fire HD. Mit dem 2,2 GHz Snapdragon 800 Prozessor ist das Kindle Fire HDX bestens ausgestattet und die Adreno 330 GPU soll das Vierfache der Grafikleistung bringen. Die Displays sind sehr hoch aufgelöst und dürften mit ihrer Pixeldichte von bis zu 339 ppi keine Wünsche bei der Schärfe übrig lassen.
Amazon hat dankenswerter Weise auch an den Akku gedacht: 11 Stunden soll er durchhalten und sogar 17 Stunden, wenn man nur liest. Der Trick: Im Lesemodus wird die Rechenpower heruntergefahren.

Amazons Datentabelle zu allen Kindle-Fire-Tablets (Anklicken für größere Version).
Funktionale Verbesserungen gibt es ebenfalls zu vermelden. So kann das mitgelieferte Mailprogramm mit neuen Features aufwarten und versteht sich noch besser mit Googles Gmail. Apps werden nun nicht mehr nur in Amazons “Karussell”-Ansicht gezeigt, sondern auch ganz schlicht als Iconraster. Und wer beim Lesen nicht durch Benachrichtigungen gestört werden will, kann dazu in einen entsprechenden Modus wechseln.
Innovativ ist eine ganz neue Funktion namens Mayday: Wann immer man eine Frage hat, kann man einen Knopf drücken und ist kurz darauf mit einem Service-Mitarbeiter verbunden, der in einem kleinen Videofenster eingeblendet wird. Der kann den Bildschirminhalt einsehen, kann Dinge beim Erklären markieren und sogar das Gerät fernbedienen, wenn das notwendig sein sollte. Man selbst ist übrigens nicht zu sehen, sondern nur zu hören. Wer dieses Feature nicht braucht oder wem es schlichtweg zu unheimlich ist, kann es auch ganz abschalten. Über den Sinn und Hintergrund dieses Features erfährt man mehr in diesem Artikel auf The Verge.
Auch die Werbung hebt als erstes Mayday hervor:
Als Betriebssystem des Kindle Fire HDX dient mit Fire OS 3.0 eine Abwandlung von Android 4.2. Es ist aber nicht nur ein anderes Outfit, sondern ein davon abgeleitetes, eigenständiges System (“Fork” wie die Fachleute sagen). Ob man es deshalb noch zu Android zählt oder nicht, ist eine Frage für den nächsten Nerdstammtisch. Was für den Normalnutzer wichtig ist: Es ist kein offizielles Android-Gerät und hat damit nicht Googles Apps wie Gmail und auch keinen Zugriff auf Googles Play Store. Denn gerade diese wichtigen Apps gehören nicht zum Open-Source-Part von Android.
Amazon macht es Entwicklern von Android-Apps aber wohl sehr leicht, ihre Apps auch fürs Kindle Fire herauszubringen, so dass man eine entsprechende Auswahl in Amazons Store vorfindet. Zudem arbeitet das Kindle Fire logischerweise nahtlos mit allen Amazon-Diensten zusammen, die sich neben E-Books inzwischen ja auch auf Musik, Filme und Serien erstrecken. Mit diesem Hintergedanken verkauft Amazon seine Tablets zu niedrigen Preisen und hofft, indirekt mit ihnen Geld zu verdienen.
Konkret gesprochen gibt es das Kindle Fire HDX mit 7 Zoll ab 229 US-Dollar, mit 8,9 Zoll ab 379 US-Dollar. Auch das Kindle Fire HD bleibt mit 7 Zoll im Programm – technisch unverändert, aber mit neuem Gehäuse: Hier starten die Preise ab 139 US-Dollar. Konkurrenten im kleinen Format sind das Nexus 7 sowie das Asus MeMo Pad HD7.
Ob und wann die Kindle Fire HDX auch hierzulande erhältlich sein werden, ist noch nicht bekannt.
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