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Amazon Kindle Paperwhite im Test: Weißer als weiß geht doch!

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Bislang gab es entweder selbstleuchtende Tablet- und Handy-Displays zum E-Book-Lesen – oder aber E-Book-Reader mit grauem “Papier”. Der Amazon Kindle Paperwhite kombiniert nun E-Paper mit Beleuchtung. neuerdings.com hat den Zwitter getestet.

Kindle Paperwhite (links) im Vergleich mit Vorgängermodell Kindle 4 (rechts), jeweils in Schutzhüllen (Bilder: W.D.Roth)

Kindle Paperwhite (links) im Vergleich mit Vorgängermodell Kindle 4 (rechts), jeweils in Schutzhüllen (Bilder: W.D.Roth)

Ich hatte zugegeben meine Zweifel über die Vorzüge der neuen Kindles, auch wenn mich die wechselnde Beleuchtung beim Lesen im Zug öfters störte – ob nun auf den bisher üblichen E-Book-Readern oder normalem Papier. Zudem hatte der Kindle Paperwhite vor Weihnachten deutliche Lieferprobleme (deshalb erscheint der Test auch erst jetzt – inzwischen liefert Amazon binnen Tagen) und auch technische Probleme soll es bei den ersten Geräten gegeben haben. Auf einem Tablet wollte ich jedoch unterwegs nicht lesen, wo ich doch schon den ganzen Tag im Büro an einem Bildschirm sitze und es mir schon reicht, ein Smartphone täglich laden zu müssen.

Doch als das Testgerät schließlich eintraf, überraschte es – und zwar in fast jeder Hinsicht positiv. Negativ fiel lediglich das gestiegene Gewicht auf: Gegenüber dem Standard-Kindle (ohne Touch) der 4. Generation lag der Neue deutlich schwerer in der Hand – eher wie ein Papierbuch oder ein Tablet.

Amazon Kindle Paperwhite
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Die Ursache hierfür lag aber nur zum Teil beim eigentlichen E-Book-Reader: Der neue Kindle Paperwhite 3G (mit UMTS) bringt 221 Gramm auf die Waage, der Kindle 4 (ohne UMTS) lag mit 169 Gramm noch 52 Gramm darunter.

Der zweite Grund für die Gewichtszunahme war jedoch die Schutzhülle: Für den Kindle 4 hatte ich ein No-Name-Hongkong-Modell für 10 Euro mit 82 Gramm erstanden, der neue Kindle kam dagegen mit der offiziellen Amazon-Hülle, die nur noch 35 Euro kostet – mit zusätzlicher Beleuchtung war die alte bei 50 Euro gelandet und mir somit zu teuer -, aber mit 131 Gramm fast schon soviel wiegt wie der Kindle 4.

Dafür allerdings erspart sie auch das Ein- und Ausschalten: Klappe auf: Kindle an; Klappe zu: Affe tot Kindle aus. Und ist sehr stabil. Hält den Kindle allerdings so sicher, dass es nicht einfach ist, ihn aus der Hülle zu nehmen, wenn man wirklich einmal weniger heben möchte. Denn: Insgesamt wiegt der Kindle mit Hülle nun gut 100 Gramm mehr als zuvor.

Die Beleuchtung: Eine Sache der Einstellung

Die nun integrierte Beleuchtung war beim Auspacken zunächst unangenehm und ungleichmäßig, weil auf Vollgas gestellt: Dann leuchtet der Kindle Paperwhite heller als manches Handy und auch ungleichmäßiger, weil nur vier LEDs am unteren Rand die Beleuchtung darstellen.

Allerdings ist die Beleuchtung des Kindle Paperwhite keineswegs so gedacht, dass sie optisch überhaupt als solche in Erscheinung treten soll. Vielmehr sollte man sie so niedrig einstellen, dass sie das Lesen nur bei unzureichendem Umgebungslicht unterstützt. In der direkten Sonne ist der Kindle Paperwhite dagegen sogar einen Tick dunkler als das Modell ohne Beleuchtung – aber da ist das auch durchaus angenehm. Mit einer Einstellung der Beleuchtung auf einen mittleren Wert von 11 kann man dagegen in wechselnden und schummrigen Lichtsituationen ohne Probleme weiterlesen, ohne dass man deshalb den Eindruck hat, an einem Bildschirm zu sitzen.

Flott und auf Wunsch mit UMTS

Angenehm, dass der Kindle Paperwhite trotz Touch-Bildschirm matt und nicht glänzend ausgeführt ist. Zudem reagiert er – im Gegensatz zum Standard-Modell – sehr flink. Man kann also unterwegs deutlich schneller und entspannter lesen als auf Papier, ist unabhängig davon, ob einem jemand im Licht steht und stört auch nicht etwaige schlafende Zug- oder Bettgenossen durch hektisches Rascheln. Und man kann auch absehen, ob man das Buch noch vor dem Aussteigen oder Aufstehen schaffen kann: Der Lesefortschritt kann nicht nur in absoluten Werten angezeigt werden, sondern auch in verbleibenden Minuten bei gleichbleibendem Lesetempo.

Wer die teurere Version mit UMTS erwirbt, kann unterwegs nicht nur in neu erworbenen E-Books blättern, sondern auch in der Wikipedia – mit Bildern. Andere Webinhalte außer Amazon, dem Kindle-Shop und Wikipedia sowie Facebook und Twitter für Buchempfehlungen sind allerdings nur über WLAN zugänglich – aus Kostengründen. Dank der Touch-Bedienung mit Bildschirmtastatur ist so eine Wikipedia-Suche auch praktikabel und erinnert nicht ans SMS-Verschicken der Gründerzeit wie beim Kindle ohne Touch-Funktion.

Fazit

Mit einem Tablet wie dem Amazon Fire liegt man zugegeben preislich nicht mehr deutlich höher als mit einem Amazon Kindle Paperwhite 3G, kann dafür dann aber auch Musik hören oder Filme ansehen und Bücher in Farbe betrachten. Die Internetnutzung über UMTS ist hier allerdings mit einer monatlichen Gebühr verbunden – beim Kindle 3G nicht. Und es reicht, das Gerät einmal die Woche aufzuladen statt jeden Abend. Auch eine ICE-Fahrt quer durch die ganze Republik ist ohne Netzanschluss möglich.

Von daher hat das elektronische Lesen nun mit dem Kindle Paperwhite Praxisreife erreicht und an Bequemlichkeit das Lesen auf Papier überrundet. Selbst die Kosten des Lesegeräts werden durch die geringeren Bücherkosten ausgeglichen. Nur Fotobände mit Farbe und großen Bildern sind auf so einem 7-Zoll-Display noch nicht wie auf Papier realiserbar.


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